3D-Drucken
Sobald Ihr Modell in Scheiben geschnitten ist, Ihre Parameter festgelegt sind und Ihr Drucker bereit ist, beginnt der eigentliche Prozess des 3D-Drucks. In dieser Phase wird die digitale Absicht zur physischen Realität. Aber trotz seines High-Tech-Aussehens geht es beim 3D-Druck genauso sehr um Planung und Optimierung wie um den Druck auf „Start“.
In diesem Kapitel erfahren Sie, was während der 3D-Druckphase wirklich passiert, wie lange Drucke dauern und welche Faktoren über Erfolg oder Misserfolg eines Auftrags entscheiden.
Wie 3D-Druck in der Praxis funktioniert
Im Grunde genommen ist der 3D-Druck ein additives Verfahren: Der Drucker baut das Objekt Schicht für Schicht auf. Je nach verwendeter Technologie – FDM, SLA, SLS, MJF oder DMLS – kann das Material extrudiert, ausgehärtet, verschmolzen oder gesintert werden. Der Grundgedanke bleibt jedoch derselbe: Aus geschnittenen Daten wird ein dreidimensionales Objekt, ein Querschnitt nach dem anderen.
In dieser Phase folgt der Drucker den G-Code-Anweisungen, die während des Slicings erzeugt wurden. Dazu gehören Bahnführung, Bewegungsgeschwindigkeiten, Temperatureinstellungen, Materialfluss und Schichtwechsel. Die Genauigkeit dieser Ausführung ist entscheidend. Selbst kleine Abweichungen – wie eine Verschiebung der Bettnivellierung oder eine inkonsistente Vorschubgeschwindigkeit – können die Druckqualität beeinträchtigen.
Wie lange dauert ein 3D-Druck?
Dies ist eine der häufigsten und variabelsten Fragen in der additiven Fertigung. Die Antwort hängt von mehreren Schlüsselfaktoren ab:
- Druckgröße – größere Teile benötigen natürlich mehr Zeit zur Fertigstellung,
- Schichthöhe – dünnere Schichten verbessern die Auflösung, erhöhen aber die Druckzeit erheblich,
- Druckgeschwindigkeit – abhängig von der Hardware des Geräts und den Materialeigenschaften – schneller ist nicht immer besser,
- Dichte der Füllung – massive Teile brauchen länger als hohle oder leicht gefüllte,
- Stützstrukturen – zusätzliche Geometrie kostet Zeit, sowohl beim Druck als auch bei der Nachbearbeitung.
Um ein praktisches Beispiel zu nennen:
Ein kleines FDM-Teil (z.B. ein Telefonhalter) kann 1-2 Stunden dauern.
Eine komplexe SLA-Miniatur kann 6-10 Stunden dauern.
Ein kompletter Bau in SLS oder MJF mit Dutzenden von Teilen kann über Nacht oder sogar länger dauern – aber die Drucke können verschachtelt werden, um den Durchsatz zu maximieren.
Das Fazit: Die Druckzeit ist nicht nur eine technische Einschränkung – sie ist eine Planungsvariable. Die erfahrensten Anwender entwerfen ihre Teile von Anfang an mit Blick auf die Druckbarkeit.
Kontinuierliche Überwachung und Qualitätssicherung
Sobald ein Druckvorgang beginnt, verfügen moderne Maschinen oft über Überwachungsfunktionen, die einen reibungslosen Ablauf gewährleisten. Dazu können gehören:
- Bettnivellierungssensoren,
- Temperatur- und Materialflusskontrollen,
- optische Systeme für die Schichtkontrolle (in Metall- und Harzdruckern).
In professionellen oder Produktionsumgebungen können die Geräte einen Druckvorgang sogar automatisch unterbrechen oder beenden, wenn Fehler entdeckt werden – das spart Zeit und Material.
Die Nachbearbeitung beginnt hier
Obwohl die Nachbearbeitung technisch gesehen ein separater Schritt ist, ist es wichtig zu wissen, dass die Art und Weise, wie ein Druck ausgeführt wird, das weitere Vorgehen beeinflusst. Teile mit Stützstrukturen, geringer Auflösung oder kleineren Oberflächenproblemen müssen stärker gesäubert, geschliffen, gehärtet oder entpudert werden.
Die Wahl der richtigen Druckeinstellungen in der Slicing-Phase – und das Verständnis dafür, wie sie sich während des Drucks auswirken – kann die Nachbearbeitungszeit drastisch verkürzen.
Mehr über Nachbearbeitung im 3D-Druck finden Sie hier.
Zusammenfassung: Drucken ist Ausführung, nicht nur Ausgabe
„Beim 3D-Druck geht es nicht nur darum, einen Knopf zu drücken – er ist das Ergebnis aller Entscheidungen, die im Vorfeld getroffen wurden. Von der Druckausrichtung und der Schichtdicke bis hin zu den Füllmustern und der Materialauswahl – die Druckphase spiegelt Ihre gesamte Workflow-Strategie wider. Zu verstehen, wie diese Phase funktioniert – und wie Sie sie optimieren können – ist der Schlüssel zu konsistenten, hochwertigen Ergebnissen in Ihrem additiven Fertigungsprozess.
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