Verbrauchen 3D-Drucker viel Strom?

Auf die Frage nach den wahren Kosten der additiven Fertigung wird oft der Stromverbrauch genannt – und das aus gutem Grund. Auch wenn 3D-Drucker in Bezug auf den Energieverbrauch nicht mit industriellen CNC-Maschinen oder Öfen vergleichbar sind, kann sich der Stromverbrauch des 3D-Drucks dennoch auf Ihr Betriebsbudget auswirken, insbesondere in Umgebungen mit hohen Stückzahlen oder kontinuierlicher Produktion.

Aber ist es fair zu sagen, dass 3D-Drucker viel Strom verbrauchen? Die kurze Antwort lautet: nicht wirklich – aber es kommt auf den Druckertyp, die Druckdauer und die verwendeten Materialien an.

Wie viel Strom verbraucht ein 3D-Drucker?

Um diese Frage richtig beantworten zu können, müssen wir in Kilowattstunden (kWh) sprechen, der Einheit, die zur Berechnung des Stromverbrauchs auf den Rechnungen der Versorgungsunternehmen verwendet wird. FDM-Drucker, die gängigste Desktop-Variante, verbrauchen im Betrieb in der Regel zwischen 50 und 250 Watt pro Stunde. Das sind etwa 0,05 bis 0,25 kWh.

Wenn Sie also einen Druckauftrag ausführen, der 10 Stunden dauert, haben Sie es insgesamt mit 0,5 bis 2,5 kWh zu tun – was je nach den örtlichen Strompreisen zwischen 0,15 € und 1,00 € kosten kann. Selbst professionelle FDM-Drucker mit beheizten Kammern verbrauchen im Durchschnitt selten mehr als 500 W.

Andererseits sind Harzdrucker (SLA/DLP) aufgrund von LED-basierten Aushärtungssystemen im Allgemeinen effizienter. SLS-Drucker jedoch, insbesondere solche mit beheizten Kammern in Industriegröße, können zwischen 1 und 5 kWh pro Stunde verbrauchen, was sie energieintensiver macht – aber sie ersetzen oft mehrere Prozesse in der traditionellen Fertigung, wodurch der höhere Verbrauch ausgeglichen wird.

Stromverbrauch vs. Druckdauer

Es ist wichtig, zwischen dem Spitzenstromverbrauch und dem Gesamtenergieverbrauch zu unterscheiden. Ein Drucker mag 400 W verbrauchen, aber wenn der Druck eines Teils 30 Stunden dauert, steigen die Gesamtkosten selbst bei einer bescheidenen Wattzahl.

Außerdem schwankt der Stromverbrauch von Druckern häufig. Heizelemente (wie Hotends oder Bauplatten) schalten sich ein und aus. Lüfter, Stepper und Bildschirme verbrauchen im Vergleich dazu relativ wenig. Bei langen Druckvorgängen mit hohen Temperaturen wird die anhaltende Erwärmung zum dominierenden Energiefaktor.

Vergleich des Stromverbrauchs verschiedener 3D-Drucktechnologien

Hier ist ein vereinfachter Blick auf den durchschnittlichen Stromverbrauch:

TechnologieDurchschnittlicher Stromverbrauch (W)Beispiel für einen Anwendungsfall
FDM (Desktop)60-250 WPrototyping, Teile, Modelle
FDM (industriell)300-800 WFunktionsteile, Werkzeuge
SLA / DLP40-150 WDental, Schmuck, Miniaturen
SLS1,000-5,000 WProduktionstaugliche Teile
DMLS / SLM (Metall)2,000-10,000 WLuft- und Raumfahrt, Werkzeugbau

Wie Sie sehen können, ist der Strombedarf für den 3D-Druck von Metallen bei weitem am höchsten und erfordert oft spezielle industrielle Stromleitungen und Kühlsysteme.

Wie Sie die Stromkosten für den 3D-Druck abschätzen

Um die Stromkosten für den 3D-Druck zu berechnen, benötigen Sie:

  • die durchschnittliche Wattzahl des Druckers (W),
  • Dauer des Drucks (Stunden),
  • Ihren örtlichen Strompreis (€ pro kWh).

Beispiel:

Wenn Sie einen Drucker verwenden, der 12 Stunden lang 200 W verbraucht:
0,2 kW × 12 = 2,4 kWh
Bei 0,30 € pro kWh → 0,72 € Gesamtstromkosten

Das ist zwar relativ erschwinglich, aber in großen Produktionsumgebungen – oder wo rund um die Uhr gedruckt wird – können diese Zahlen erheblich steigen.

Tipps zur Reduzierung des Stromverbrauchs

Strom ist zwar nicht der größte Kostentreiber in den meisten 3D-Druckbetrieben, aber eine verbesserte Effizienz kann helfen:

  • Schalten Sie nicht genutzte Drucker aus – der Standby-Modus verbraucht weiterhin Strom.
  • verwenden Sie isolierte Gehäuse, um die Wärme zu speichern,
  • vermeiden Sie unnötig hohe Bett- oder Kammertemperaturen,
  • die Slicing-Einstellungen optimieren, um die Druckzeit zu verkürzen,
  • Ziehen Sie Materialien mit niedriger Temperatur wie PLA dem ABS vor, wenn Hitze nicht unbedingt erforderlich ist,

Erfahren Sie mehr: Wie Sie die Kosten für den 3D-Druck senken können.

Abschließende Gedanken

Wie viel Strom verbraucht also ein 3D-Drucker pro Stunde? Für die meisten Hobby- und Desktopdrucker ist das sehr wenig – oft weniger als Ihre durchschnittliche Kaffeemaschine. Wenn Sie jedoch in den Bereich des Hochtemperatur- oder Großformatdrucks vordringen, wird der Stromverbrauch des 3D-Druckers zu einem echten Posten in Ihrer Kostenanalyse. Die Kenntnis des Energiebedarfs Ihres Geräts, die Wahl energieeffizienter Materialien und die Optimierung der Druckdauer können viel dazu beitragen, die Kosten unter Kontrolle zu halten.

Wenn Sie planen, eine Druckerei zu betreiben oder industrielle Großdrucker einzusetzen, ist der Stromverbrauch ein ernst zu nehmendes Thema – aber für die meisten Anwender bleibt der 3D-Druck im Vergleich zur traditionellen subtraktiven Fertigung bemerkenswert energieeffizient.

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