Grundierung von 3D-Drucken

Egal wie sauber Ihr Druck ist, roher thermoplastischer Kunststoff sieht selten „fertig“ aus. Schichtlinien, Oberflächenfehler und subtile Texturverschiebungen können das endgültige Aussehen beeinträchtigen – vor allem, wenn Sie vorhaben, den Druck zu lackieren. An dieser Stelle kommt die Grundierung von 3D-Drucken ins Spiel. Die Grundierung ist mehr als nur ein vorbereitender Schritt: Sie schafft eine einheitliche Basis, füllt Mikrodefekte aus und verbessert die Farbhaftung, die Haltbarkeit und die Qualität der Oberfläche. Für professionelle Ergebnisse ist sie nicht optional – sie ist unerlässlich.

Warum ist eine Grundierung für 3D-gedruckte Teile unerlässlich?

Der 3D-Druck hinterlässt Spuren seines Verfahrens – sichtbare Streifen, poröse Stellen und leichte Unregelmäßigkeiten von Schicht zu Schicht. Eine gute Grundierung gleicht diese Unterschiede aus. Sie trägt auch zur Vereinheitlichung der Oberflächenfarbe bei und sorgt dafür, dass der endgültige Anstrich nicht aufgrund von Unterschieden in der Grundfarbe oder durchscheinenden Zonen fleckig oder ungleichmäßig wirkt.

Aber bei der Grundierung geht es nicht nur um Kosmetik. Insbesondere bei FDM- oder Harzdrucken dient ein Primer als Haftvermittler zwischen dem Druckmaterial und den nachfolgenden Beschichtungen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, wenn Sie schwierige Oberflächen wie PLA, ABS, PETG oder Photopolymere lackieren, die oft gegen herkömmliche Lacke resistent sind oder ohne eine kompatible Basis uneinheitlich reagieren können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Grundieren von 3D-Drucken

Eine erfolgreiche Grundierung beginnt mit der richtigen Vorbereitung der Oberfläche. Bevor Sie eine Grundierung auftragen, sollte Ihr Teil sauber sein:

  • vollständig ausgehärtet (falls mit Harz bedruckt),
  • sauber und frei von Ölen, Staub oder Rückständen von Trägern,
  • nach Bedarf geschliffen, um Stütznarben oder raue Stellen zu entfernen,
  • mit Isopropylalkohol oder einem Klebetuch abgewischt werden.

Nach der Vorbereitung tragen Sie die Grundierung in dünnen, gleichmäßigen Schichten auf. Befolgen Sie stets die Anweisungen des Herstellers bezüglich der Trocknungszeit zwischen den einzelnen Schichten und überstürzen Sie die Lackierung nicht, bevor die Grundierung vollständig ausgehärtet ist. Bei stark geschichteten oder porösen Drucken können mehrere Schichten erforderlich sein – insbesondere bei FDM-Teilen mit geringerer Auflösung.

Nach der Grundierung hilft ein leichtes Nassschleifen mit feinem Schleifpapier (z.B. 600-1000er Körnung), eine glatte, gleichmäßige Oberfläche zu erzielen, die sich eher wie gespritzt als wie gedruckt anfühlt.

Die Wahl der besten Grundierung für 3D-gedruckte Oberflächen

Grundierung ist nicht gleich Grundierung, vor allem nicht für 3D-gedruckte Oberflächen. Bei der Auswahl der besten Grundierung für 3D-Drucke sollten Sie die folgenden Typen berücksichtigen:

  • Filler Primer: dickflüssige, schleifbare Primer, die sich ideal für FDM-Drucke mit sichtbaren Schichtlinien eignen; sie bauen Oberflächenvolumen auf und helfen, kleine Lücken oder Texturen aufzufüllen;
  • Sprühprimer (Automobilqualität); diese für Harzdrucke beliebten Produkte zeichnen sich durch feine Zerstäubung, schnelle Trocknung und gleichmäßige Abdeckung aus. Ideal für Miniaturen oder detaillierte Teile;
  • Haftungsfördernde Grundierungen: nützlich für Materialien wie PP, PETG oder flexible Fäden, die sich dem Verkleben widersetzen; diese sind oft klar und bilden eine chemische Brücke für Farbe;
  • Zweikomponenten-Epoxidgrundierungen: für industrielle oder stark beanspruchte Anwendungen, die eine hervorragende chemische Beständigkeit und Haftfestigkeit bieten – besonders nützlich für SLS-Teile.

Letztendlich hängt die beste Grundierung von Ihrem Material, der Größe der Teile, den Anforderungen an die Oberfläche und der Endbearbeitung ab. Professionelle Anwender halten oft mehrere Typen für verschiedene Projekte vorrätig.

Häufige Fehler beim Grundieren und wie Sie sie vermeiden können

Die Grundierung mag einfach erscheinen, aber es gibt ein paar Fehler, die einen ansonsten großartigen Druck ruinieren können:

  • zu dick, zu schnell: Zu dicke Schichten verursachen Verlaufen, Detailverlust oder ungleichmäßiges Trocknen. Tragen Sie stattdessen immer mehrere dünne Schichten auf,
  • Unverträgliche Produkte: Nicht alle Grundierungen funktionieren mit allen Lacken oder Kunststoffen. Testen Sie immer zuerst an einem Muster oder einem unwichtigen Teil,
  • Überspringen der Vorbereitung: Selbst die beste Grundierung haftet nicht auf fettigen, staubigen oder ungeschliffenen Oberflächen. Wenn Sie diesen Schritt überstürzen, kann es später zu Abblättern oder Blasenbildung kommen.

Beständigkeit in der Technik ist ebenso wichtig wie die Wahl des Produkts – Geduld und Kontrolle zahlen sich immer aus.

Fazit: Warum die Grundierung der Schlüssel für ein professionelles Finish ist

Die Grundierung von 3D-Drucken ist ein entscheidender Arbeitsschritt, der rohe Teile in glatte, lackierfertige Oberflächen verwandelt. Ganz gleich, ob Sie funktionale Prototypen, Anschauungsmodelle oder produktionsreife Komponenten herstellen, eine richtig aufgetragene Grundierung verbessert sowohl das Aussehen als auch die Leistung. Der Schlüssel dazu ist die Kenntnis Ihres Materials, die Wahl des richtigen Produkts und dessen sorgfältige Anwendung. Für jeden, der eine professionelle Nachbearbeitung anstrebt, ist die Beherrschung der Grundierung eine unverzichtbare Fähigkeit.

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