3D-Druck-Simulationssoftware

In der Welt des professionellen 3D-Drucks kann ein falscher Druck Zeitverlust, Materialverschwendung und beschädigte Hardware bedeuten – insbesondere bei teuren Materialien oder komplexen Geometrien. An dieser Stelle kommt die 3D-Druck-Simulationssoftware ins Spiel. Diese digitalen Tools ermöglichen es Ingenieuren und Designern, den Druckprozess zu simulieren, bevor er stattfindet, und mögliche Probleme wie Verformung, Versagen der Halterung, thermische Belastung und Druckverzerrung zu erkennen.

Simulation ist nicht nur für den Metalldruck oder großformatige Aufträge geeignet. Sie wird immer mehr zu einem Standardbestandteil des Design-to-Print-Workflows in Branchen, die Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Wiederholbarkeit verlangen.

Die wichtigsten Funktionen und Möglichkeiten der 3D-Drucksimulationssoftware

3D-Drucksimulationssoftware schafft eine virtuelle Umgebung, die das physische Verhalten des Druckers, des Materials und des Modells während des Druckvorgangs widerspiegelt. Anhand von Slicing-Daten, Materialeigenschaften und Druckereinstellungen sagt die Software in Echtzeit voraus, wie sich der Druck verhalten wird – von der ersten Schicht bis zur endgültigen Abkühlung.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

  • Wärmeverteilung und Wärmefluss,
  • Verzerrungs- und Deformationskarten,
  • Aufbau von Eigenspannung,
  • Optimierung der Stützstruktur,
  • Schicht-für-Schicht-Analyse der Stabilität und Druckfähigkeit.

Diese Einblicke ermöglichen es den Anwendern, Designs anzupassen, die Druckausrichtung zu ändern oder Prozessparameter fein abzustimmen – und das alles, bevor sie etwas physisch drucken.

Wer nutzt 3D-Druck-Simulationssoftware – und warum das wichtig ist

Simulationswerkzeuge sind besonders wertvoll in der additiven Fertigung von Metallen, wo Verformungen durch thermische Spannungen üblich und kostspielig sind. Sie werden aber auch in polymerbasierten Verfahren wie SLS und FDM für Anwendungen eingesetzt, die enge Toleranzen, minimale Verformung oder optimierte mechanische Festigkeit erfordern.

Branchen wie die Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie, die Medizintechnik und der Werkzeugbau verlassen sich in hohem Maße auf die Simulation, um Teile in einem frühen Stadium des Designprozesses zu validieren und kostspielige Versuch-und-Irrtum-Iterationen zu vermeiden. In Forschungsumgebungen wird die Simulation auch eingesetzt, um zu testen, wie sich neuartige Materialien oder Konstruktionen unter Belastung oder Hitze während der Bauphase verhalten.

Die besten Software-Tools und Plattformen für den 3D-Druck

Auf dem Gebiet der additiven Simulation dominieren mehrere spezialisierte Plattformen:

  • Autodesk Netfabb Simulation – bietet thermische und mechanische Simulationen für das Schmelzen im Pulverbett, das Ausstoßen von Bindemitteln und das Strangpressen von Metall,
  • ANSYS Additive Suite – High-End, physikbasierte Simulation für Verformung, Spannung und Prozessplanung in der Metall-AM,
  • Simufact Additive (von Hexagon) – weit verbreitet für die Metallsimulation; umfasst die Vorhersage von Konstruktionsfehlern und die Optimierung von Stützen,
  • Digimat-AM – konzentriert sich auf faserverstärkte Materialien und Multiskalenmodellierung im modernen Polymer- und Verbundstoffdruck,
  • Eiger Simulation (von Markforged) – bietet cloudbasierte Simulation für faserverstärkte FFF-Teile,
  • Materialise Magics Simulation – bietet Funktionen zur Bewertung des Baurisikos und zur Kompensation von Verzerrungen, die häufig in Druckvorbereitungsworkflows integriert sind.

Diese Plattformen unterscheiden sich in ihrer Komplexität, aber sie zielen alle auf die gleiche Frage ab: Wird dieses Teil wie beabsichtigt gedruckt – und wie kann ich es besser machen, bevor ich anfange?

Wann und warum Sie 3D-Drucksimulationssoftware in Ihrem Arbeitsablauf verwenden sollten

Bei kleinen, risikoarmen Teilen mag sich die Simulation wie ein Overkill anfühlen. Aber überall dort, wo es auf Zuverlässigkeit ankommt – wie z.B. bei Halterungen für die Luft- und Raumfahrt, medizinischen Implantaten oder teuren Serienaufträgen – überwiegen die Kosten eines Fehlers schnell die Investition in die Simulation.

Selbst einfache Simulationen, wie Heatmaps oder Verzerrungsvorschauen, können dazu beitragen, unnötige Iterationen zu vermeiden und die Produktentwicklung zu beschleunigen. Da immer mehr Plattformen die Simulation in Slicer und Cloud-Workflows integrieren, wird sie zunehmend auch für normale Benutzer zugänglich, nicht nur für Teams auf Unternehmensebene.

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