Was Sie vor dem Kauf eines 3D-Druckers wissen sollten
Beim Kauf eines 3D-Druckers geht es nicht nur darum, die technischen Daten zu vergleichen – es geht darum, zu verstehen, wie das Gerät Ihren tatsächlichen Bedürfnissen, Ihrem Budget und Ihrem Arbeitsablauf gerecht wird. Ganz gleich, ob Sie zum ersten Mal einen Drucker kaufen oder ein professionelles System erweitern – wenn Sie wissen, was Sie erwarten können (und was Sie in Frage stellen sollten), können Sie sich später vor kostspieligen Überraschungen schützen. Hier erfahren Sie, was Sie beim Kauf eines 3D-Druckers wissen sollten, damit Ihre Entscheidung zu zuverlässigen Ergebnissen und nicht zu Frustration führt.
1. Was planen Sie zu drucken?
Vor allem sollten Sie sich über den Verwendungszweck im Klaren sein. Drucken Sie Prototypen, Vorrichtungen, Dentalmodelle oder Teile für den Endverbraucher? Jede Anwendung stellt andere Anforderungen an Auflösung, Materialstärke, Oberflächengüte und Wiederholbarkeit.
- Für schnelles Prototyping → FDM- oder Harzdrucker können ideal sein.
- Für Präzision und Details sind → SLA, DLP oder SLS besser geeignet.
- Für Haltbarkeit auf Produktionsniveau → SLS oder industrielle FDM-Maschinen sind eine Überlegung wert.
Die Kenntnis der Funktion Ihrer Teile bestimmt die Art der Maschine, die Sie tatsächlich benötigen – und hilft Ihnen, Ihre Optionen schnell einzugrenzen.
2. Verstehen Sie die wichtigsten Technologien
Alle 3D-Drucker bauen Teile Schicht für Schicht auf, aber die Art und Weise, wie sie dies tun, ist sehr unterschiedlich:
- FDM (Fused Deposition Modeling): erschwinglich und einfach in der Anwendung, aber mit sichtbaren Schichtlinien,
- SLA/DLP (harzbasiert): hohe Detailgenauigkeit, ideal für glatte, kleine Teile,
- SLS (pulverbasiert): trägerlose, haltbare Drucke – geeignet für die Serienproduktion,
- DMLS/SLM (Metall): Hochwertige, industrielle Fertigung.
Wenn Sie diese Technologien im Voraus kennen, können Sie vermeiden, dass Sie zu viel kaufen – oder den Bedarf Ihrer Teile unterschätzen.
3. Berücksichtigen Sie Materialien und Kosten
Jede Drucktechnologie begrenzt (oder erweitert) die Materialien, die Sie verwenden können. Achten Sie nicht nur darauf, was der Drucker technisch verarbeiten kann – überlegen Sie auch, womit Sie tatsächlich drucken werden und wie viel diese Materialien im Laufe der Zeit kosten.
- PLA und PETG sind gängige, kostengünstige Einstiegsoptionen.
- Nylon, TPU, kohlenstoffgefüllte oder flexible Filamente können spezielle Einstellungen erfordern.
- Harztypen unterscheiden sich in Härte, Detailgenauigkeit und Aushärtungsverhalten.
- SLS-Pulver müssen regelmäßig aufgefrischt oder ersetzt werden.
- Einige Systeme binden Sie an proprietäre Materialien (mit höheren Kosten).
Berücksichtigen Sie immer die langfristigen Materialkosten und die Verfügbarkeit – vor allem bei Produktionsarbeiten.
4. Gesamtbetriebskosten
Preisschilder können trügerisch sein. Was auf den ersten Blick günstig aussieht, kann versteckte Kosten mit sich bringen: Ersatzdüsen, Harzbehälter, Filter, Wartungskits oder wiederkehrende Software-Abonnements.
Berücksichtigen Sie das:
- Kosten für Materialien,
- Ersatzteile und Verbrauchsmaterial,
- Ausfallzeiten und Wartungsbedarf,
- Schulung oder Onboarding (insbesondere in Teams),
- Nachbearbeitungswerkzeuge und Arbeitsbereich.
Wenn Sie dieses Gesamtbild kennen, können Sie häufiges Bedauern der Käufer vermeiden – vor allem, wenn die Budgets knapp sind oder Sie die Produktion skalieren müssen.
5. Druckvolumen und Geschwindigkeit
Wie groß müssen Ihre Drucke sein – und wie schnell müssen sie fertig sein? Größere Druckvolumina ermöglichen es Ihnen, große Teile oder mehrere Objekte auf einmal zu drucken, aber sie gehen auf Kosten der Stellfläche, der Zeit und der Komplexität der Kalibrierung.
Auch die beworbene „Druckgeschwindigkeit“ kann irreführend sein. Die Druckauflösung, die Kühlung und die Haftung der Schichten bestimmen oft die tatsächliche Geschwindigkeit.
Seien Sie realistisch: Wählen Sie ein Gerät, bei dem Geschwindigkeit und Druckqualität in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und das Ihre Erwartungen an Platzbedarf und Nutzung nicht übertrifft.
6. Verlässlichkeit und Unterstützung
Selbst die besten Geräte fallen manchmal aus. Was wirklich zählt, ist, wie leicht sie sich erholen – und wie gut der Hersteller Sie unterstützt, wenn dies der Fall ist. Vor dem Kauf:
- suchen Sie nach einer starken Unterstützung durch die Gemeinschaft oder ein reaktionsschnelles Serviceteam,
- prüfen Sie, ob Ersatzteile verfügbar und preisgünstig sind,
- Software bewerten: Ist sie intuitiv und wird sie regelmäßig aktualisiert?
- Achten Sie auf offene oder geschlossene Ökosysteme – werden Sie eingesperrt?
Das sollten Sie wissen, bevor Sie einen 3D-Drucker kaufen, wenn Ihre Zeit, Ihr Team oder Ihre Kunden von vorhersehbaren Ergebnissen abhängen.
7. Künftiger Bedarf und Skalierbarkeit
Ihre aktuellen Anforderungen mögen bescheiden sein – aber werden sie es in sechs Monaten oder einem Jahr auch noch sein? Wenn Sie ein Mengenwachstum, komplexere Teile oder Multi-Material-Fähigkeiten erwarten, ist es besser, jetzt für die Skalierbarkeit zu planen, als zu früh zu investieren.
Einige Drucker sind modular oder aufrüstbar. Andere wiederum eignen sich gut als „Trainingsgeräte“, bevor Sie auf industriellere Systeme umsteigen.
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