3D-Druck Abfall
Obwohl der 3D-Druck für seine Materialeffizienz bekannt ist, ist er nicht völlig abfallfrei. Von fehlgeschlagenen Teilen über übrig gebliebene Stützstrukturen bis hin zu Abfällen bei der Nachbearbeitung – Abfall ist ein unvermeidliches Nebenprodukt jedes additiven Arbeitsablaufs. Der richtige Umgang damit ist der Schlüssel zum Aufbau eines verantwortungsvollen und wiederholbaren Prozesses – vor allem, wenn die Druckvolumen steigen.
Arten von Abfall beim 3D-Druck
Abfall beim 3D-Druck entsteht in verschiedenen Formen, von denen viele weniger sichtbar sind als herkömmlicher Produktionsausschuss:
- fehlerhafte oder zurückgewiesene Teile – verursacht durch Druckfehler, schlechte Haftung oder falsche Einstellungen,
- Stützstrukturen – notwendig für Überhänge, aber oft nicht wiederverwendbar,
- Krempen, Flöße und Röcke – nach dem Druck weggeworfen,
- Reste von Harz oder Pulver – teilweise ausgehärtetes oder kontaminiertes Material,
- Nebenprodukte der Nachbearbeitung – Schleifstaub, chemische Lösungsmittel, IPA, benutzte Handschuhe oder Tücher.
Das Volumen und die Art der Abfälle hängen stark vom Druckverfahren ab – was die Abfallanalyse zu einer technologiespezifischen Aufgabe macht.
Verantwortungsvoller Umgang mit 3D-Druckabfällen
Die Entsorgung von 3D-Druckabfällen ist nicht so einfach, wie sie in die Mülltonne zu werfen. Selbst wenn das Volumen gering erscheint, entstehen bei wiederholtem Druck schnell messbare Nebenprodukte. PLA und PETG können in einigen Regionen recycelt werden, aber nur, wenn sie sauber und sortiert sind. Mit Harz verunreinigte Werkzeuge und misslungene Drucke gelten dagegen oft als Sondermüll und müssen entsprechend behandelt werden.
Die beste Herangehensweise beginnt mit der Planung: Trennen Sie den Abfall nach Art, beschriften Sie die Behälter deutlich und prüfen Sie die örtlichen Entsorgungsmöglichkeiten, bevor Sie mit dem Drucken beginnen. Wenn Sie mit Harz oder Pulvern arbeiten, sind ein sicherer Behälter und eine gute Belüftung unerlässlich – nicht nur für die Nachhaltigkeit, sondern auch für die Sicherheit.
Der Fall der Wiederverwendung von SLS-Pulver
Der SLS-Druck bietet eine einzigartige Gelegenheit – und eine Herausforderung – wenn es um Abfall geht. Da das nicht verwendete Pulver bei jedem Auftrag nicht verschmolzen wird, kann es gesammelt und bei zukünftigen Aufträgen wiederverwendet werden. Aber nicht alles davon behält seine ursprüngliche Leistung bei. Nach mehreren Erhitzungszyklen beginnt das Pulver zu zerfallen: Es fließt weniger leicht, bindet weniger sauber und kann Druckfehler verursachen.
Um dem entgegenzuwirken, beinhalten die meisten SLS-Arbeitsabläufe eine „Auffrischungsrate“ für das Pulver, bei der bei jeder Wiederverwendung ein bestimmter Prozentsatz an frischem Material hinzugefügt wird. Bei guter Lagerung, Siebung und Verpackung der Teile können manche Betriebe mehr als 70% ihres Pulvers pro Zyklus wiederverwenden. Dennoch wird das, was ungenutzt bleibt, schließlich zu Abfall – es sei denn, es wird durch fortschrittliche geschlossene Kreislaufsysteme verarbeitet.
Design mit Blick auf die Abfallvermeidung
Verschwendung zu vermeiden ist besser als sie zu verwalten. Viele der effektivsten Strategien zur Abfallvermeidung beginnen nicht am Drucker, sondern am Bildschirm – in der Entwurfsphase. Eine durchdachte Ausrichtung kann den Bedarf an Stützen reduzieren. Die Kombination von Teilen in einer einzigen Geometrie minimiert die Montage und Überproduktion. Das Testen von Prototypen mithilfe von Entwurfsmodi oder Simulationswerkzeugen vermeidet physische Versuche und Fehler.
Selbst kleine Änderungen an der Geometrie oder den Einstellungen können einen großen Einfluss darauf haben, wie viel Kunststoff, Pulver oder Lösungsmittel am Ende weggeworfen wird.
Letzter Gedanke
Abfall beim 3D-Druck ist beherrschbar – aber nur, wenn Sie verstehen, woher er kommt, und ihn in Ihre Planung einbeziehen. Ganz gleich, ob Sie eine Desktop-FDM-Anlage oder ein industrielles SLS-System betreiben, der Schlüssel liegt darin, Abfall nicht nur als Unannehmlichkeit zu betrachten, sondern als einen messbaren Teil des Prozesses, den Sie verbessern können.
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