3D-Druck-Recycling

Mit der zunehmenden Verbreitung der additiven Fertigung wird auch das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger – und einer der wichtigsten Aspekte dieser Diskussion ist das Recycling. Können Sie 3D-gedruckte Abfälle recyceln? Sind 3D-gedruckte Teile selbst recycelbar? Diese Fragen werden immer dringlicher, da Designer und Hersteller nicht nur nach funktionalen Produkten, sondern auch nach umweltfreundlichen Verfahren suchen.

Verständnis für 3D-Druckabfälle

Bei jedem 3D-Druckauftrag fällt ein gewisses Maß an Abfall an – ob es sich nun um misslungene Drucke, Stützstrukturen, Rand-/Rockreste oder Reste von Pulver und Harz handelt. In der Industrie kann sich dieser Abfall schnell summieren, insbesondere bei Technologien wie SLS und DMLS, bei denen nicht verwendetes Material nicht immer mit 100%iger Effizienz wiederverwendet werden kann.

Beim FDM-Druck entstehen die meisten sichtbaren Abfälle durch Rafts, Stützen und misslungene Drucke. Bei Harzdruckern sind es Harzreste und Reinigungsmittel. Und bei pulverbasierten Verfahren ist es gealtertes oder verfärbtes Pulver, das die Qualitätsstandards für Teile nicht mehr erfüllen kann. An dieser Stelle wird das Recycling von 3D-Druckabfällen unerlässlich.

Sind 3D-gedruckte Gegenstände recycelbar?

Die Antwort hängt von dem verwendeten Material und der verfügbaren Recycling-Infrastruktur ab. Thermoplastische Kunststoffe wie PLA und PETG sind technisch recycelbar – werden aber aufgrund ihres Gehalts an Additiven oder nicht standardisierten Formen (z.B. aufgespulte Filamente, kleine Teile) nicht immer von den kommunalen Recyclingsystemen akzeptiert. Inhouse-Recycling ist möglich, erfordert aber oft zusätzliche Ausrüstung, um das Filament zu zerkleinern, zu filtern und in eine brauchbare Form zu extrudieren.

Photopolymere (die bei SLA/DLP verwendet werden) und gesinterte Pulver (die bei SLS verwendet werden) sind im herkömmlichen Sinne viel schwieriger zu recyceln. Diese Materialien werden während des Drucks oft chemisch oder thermisch umgewandelt, so dass sie mit den üblichen Recyclingmethoden nicht kompatibel sind. Die teilweise Wiederverwendung von Pulver ist jedoch bereits gängige Praxis bei SLS- und MJF-Systemen, bei denen das gebrauchte Pulver mit frischem Material gemischt wird.

Recycling von 3D-Druckabfällen: Methoden und Werkzeuge

Um der wachsenden Besorgnis über die Verschwendung zu begegnen, wurden verschiedene Ansätze entwickelt:

  • Filament-Recycler und -Extruder ermöglichen es Benutzern, misslungene PLA/ABS-Drucke zu zerkleinern und zu neuen Spulen zu verarbeiten,
  • Geschlossene Kreislaufsysteme im Pulverdruck ermöglichen es den Betreibern, einen hohen Prozentsatz des übrig gebliebenen Pulvers wiederzuverwenden – manchmal bis zu 80% – je nach Material und Anwendung,
  • Die Zusammenarbeit mit Recycling-Dienstleistern, die sich auf technische Polymere spezialisiert haben, wird für große Mengen immer interessanter,
  • Die Optimierung des Designs (z.B. Reduzierung der Stützen oder Aushöhlung von Teilen) trägt dazu bei, den Abfall im Vorfeld zu minimieren.

Recycling-Workflows sind zwar immer noch mühsam, aber sie werden immer besser – und in einigen Fällen können sie die Materialkosten im Laufe der Zeit senken.

Recycling von 3D-Druckermaterial: ein wachsendes Segment

Die Nachfrage nach recycelbaren Materialien für 3D-Drucker steigt. Die Hersteller entwickeln jetzt Filamente und Pulver aus recycelten Rohstoffen, wie z.B.:

  • rPLA- und rPETG-Filamente, die aus Post-Consumer-Kunststoffabfällen hergestellt werden,
  • PA11 wird aus Rizinusöl gewonnen, das erneuerbar und recycelbar ist,
  • biologisch abbaubare Kompositfilamente, die Nachhaltigkeit mit mechanischer Leistung verbinden.

Es gibt auch ein wachsendes Interesse an mehrfach verwendbaren Materialien – Pulver und Filamente, die mehrere Wiederverwendungszyklen vertragen, ohne dass sich die Qualität der Teile verschlechtert, insbesondere für den Prototypenbau und die Ausbildung.

Machen Sie Recycling zu einem Teil Ihres 3D-Workflows

Der 3D-Druck kann den Abfall zwar nicht vollständig beseitigen, aber er ermöglicht eine bessere Kontrolle des Materialflusses als die meisten traditionellen Fertigungsverfahren. Indem Sie Recycling in Ihre Arbeitsabläufe einbeziehen – sei es durch Hardware, intelligentes Design oder verantwortungsvolle Materialauswahl – können Sie Ihren ökologischen Fußabdruck drastisch reduzieren, ohne Abstriche bei der Leistung zu machen.

Nachhaltigkeit in der additiven Fertigung beginnt mit kleinen, greifbaren Maßnahmen. Beim Recycling von 3D-Druckabfällen geht es nicht nur darum, umweltfreundlich zu sein – es geht darum, intelligentere, sauberere Systeme für die Zukunft zu bauen.

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